Mein Bunter Berufsweg als Scannerpersönlichkeit



Aloha, mein Name ist Juli, ich bin gerade 36 geworden und lebe mit meinem Mann (den ich seit der 1. Klasse kenne) und unseren zwei Kleinkindern in Berlin.

In diesem ausführlichen Blogartikel, möchte ich meinen beruflichen Weg mit euch teilen.


>>Ich wollte, seit ich mich erinnern kann, Schauspielerin werden.


Ich war in meiner frühen Jugend Auch ein totaler Kinofreak und war mindestens 1x die Woche im Kino. Wenn ich keine Freundin fand die mitkommen wollte, bin ich alleine gegangen. Wenn ich am Wochenende tanzen gehen wollte und niemand Zeit hatte, bin ich auch alleine gegangen.

Ich habe schon immer „mein Ding“ gemacht.


Als Jugendliche bin ich eine kurze Zeit zu einem Schauspielcoaching gegangen (bei dem damals übrigens auch Anna Maria Mühe war ‑ ich erinnere mich noch sehr gut an sie). Bevor ich die Grundausbildung zur Schauspielerin allerdings machen durfte, wurde mir allerdings gesagt, dass ich „zu groß sei.“ (Ich bin 182cm) . Und ich war echt traurig damals. Zumal mir direkt klar war, dass es sicherlich nicht an meiner Größe lag sondern daran, dass ich nicht talentiert genug war.


>> Mit 15/16 wollte ich Modeln.


Ich habe es geliebt vor allem auf dem Laufsteg zu laufen (Shootings waren nicht sooo meins) und meine damalige beste Freundin und ich hatten uns bei mehreren Berliner Agenturen vorgestellt. Ich hatte sogar mal an so einem Bravo‑Girl Laufsteg Contest mitgemacht (kennt das noch jemand von euch, hahahha?!) und bin recht weit gekommen. Auf jedenfall wurde ich dann von einer damals recht bekannten Agentur als Model aufgenommen. Ich erinnere mich noch, wie ich gemeinsam mit Jörn Schlönvoigt (vor seiner Zeit bei GZSZ) bei einem Casting für den Quelle‑Katalog war.


Irgendwann meinte die Agentur zu mir, ich solle 5 kg abnehmen. Ich war damals 17 und ich wusste: Das ist nicht mein Weg. Ich wollte mich nicht körperlich verändern. Ich wollte etwas finden, wo ich nicht zu groß oder zu dick war.


>> Und dann fand ich es. Musik machen.


Mit 16 fing ich an, regelmäßig in eine Berliner Freikirche zu gehen und entwickelte einen bis heute starken Glauben an Gott.

Aber es war nicht nur ein Glaube sondern wirklich eine Freundschaft, mein Fundament für mein Leben und mein Lebenssinn. Ich fing an mich super

viel mit mir und meiner Persönlichkeit aus einander zu setzen und ich glaube bis heute, dass das meine Grundlage auf dem Weg zu meiner heutigen Leidenschaft, dem Thema der Persönlichkeitsentwicklung, war.


Zurück zum Thema. In einer Freikirche wird sehr viel gesungen...es gibt eine moderne Band auf der Bühne der Kirche und von Anfang an war die Musik für mich der Zugang zu Gottes Gegenwart. Eines Tages, ich war 18 oder so, suchte die Band einige neue SängerInnen und ich bin zu dem Casting hin..obwohl ich bis dahin noch nie ein Mikro in der Hand hatte. Ich sang das Lied „Light of the world“ und wurde in die Band aufgenommen.


Es ging dann alles super schnell. Ich lernte wie man zweite Stimmen singt (mir waren fast alles Songs zu hoch) und stand ab sofort regelmäßig sonntags und freitags auf der Bühne. Und wisst ihr was so schön beim Singen war?


Ich konnte Ich sein. Ich war weder zu groß noch zu dick noch irgendetwas.

Musik war ein so wichtiger Teil in meinen Leben und für mich war klar…


>> dass ich beruflich auch Musik machen möchte. Nicht nur innerhalb der „Kirche“. Langezeit habe ich mit der Band dann übrigens auch auf den Straßen gesungen (so mit richtig fetter Anlage und tollem Team) und wir waren auch innerhalb von Deutschland unterwegs. Das war eine Zeit!! Unvergesslich. War wir alles erlebt haben. Für mich war dann mit 20 nach der Schule klar, dass ich auch von Musik leben möchte. Ich konnte mir kein Studium und keine Ausbildung vorstellen. Ich las mir damals alles durch, aber es klang alles so langweilig. Ich hätte wirklich gerne studiert, so ist es nicht ‑ aber für mich war klar, dass ich mein Herz nicht verraten konnte und mehr auf mein Herz als auf mein Verstand hören musste. Es war einfach so in mir drin und ich kann es bis heute nicht erklären. Ich war dann noch einige Monate in den USA und danach war mir noch klarer, dass ich es wenigsten probieren möchte. Ich war nicht gut genug um Jazzgesang zu studieren und ich entschied mich (2009) dann für eine private Ausbildung an der Rock Pop Schule in Neukölln. Für mich war klar, wenn ich es nicht mit Anfang 20 probiere, würde ich mir mir 30 Vorwürfe machen A la „hätte ich es mal probiert.“…

>> Und wisst ihr was? Nach einem sehr intensiven Jahr 2009 stand für mich fest:


Musikerin möchte ich nicht werden. Auf Druck Songs schreiben, klappt nicht. Ich möchte es auch nicht. Jeden Tag Musik zu machen war auf einmal nicht mehr so besonders wie die 2 x die ich vorher auf der Bühne (in der Kirche) stand und wo ich „frei“ singen konnte. Es ging immer um Performance und wenn Musik bis heute für mich etwas nicht ist, dann ist es Performance. Musik ist für mich einfach „Ich sein“ und vor allem, das Herz sprechen zu lassen und Menschen in ihren Herzen zu berühren.


Letztendlich habe ich dann eine kaufmännische Ausbildung in einer Komparsenagentur gemacht (zurück zum Film, hehe) . Ich wollte eigentlich Eventmanagerin werden, hatte aber keinen Ausbildungsplatz in der Branche bekommen. Dass ich 3,5 Jahre später ohne die Eventmangerausbildung dann doch Eventmanager geworden bin...erfährst du später ;‑)


Meine Ausbildung war furchtbar. Ich habe so viel geweint, heimlich auf dem Klo. Und so schlimm die Zeit in meiner Ausbildung damals war: sie hat mich stark gemacht. Stark gemacht, in dem ich mir bis heute geschworen habe, mich nie wieder so respektlos behandeln zu lassen, wie damals von meiner Chefin. Vor allem wuchs immer mehr der Gedanke, Selbständig sein zu wollen und „mein Ding zu machen.“ Kleiner Dislcaimer:

Es hat dann wirklich noch 10 Jahre gedauert bis zu dem, was ich heute mache. Ich habe erst mit 24 die Ausbildung begonnen die 2,5 Jahre ging.


Nach der Ausbildung meinte meine Freundin, die damals Werkstudentin bei hub:raum (Accelerator der Telekom) war, zu mir (ich war 27): „Juli, du kannst doch so gut organisieren. Mein Chef braucht dringend eine gute Assistentin. Triff dich mal mit ihm.“


Ich dachte damals, oh krass. Ein Konzern. Ich? Ich habe ja nicht mal ein Studium (so viel zum Thema Glaubenssätze)


>> Und dann traf ich mich mit ihrem Chef zum Vorstellungsgespräch.


Nach 5 Minuten fragte er mich, wann ich anfangen wolle.


What?!?!


Er hatte bis dahin nicht mal in meinen Lebenslauf gesehen. Es ging ihm nicht darum was ich „konnte“ sondern ob er mir vertrauen kann als Person. Denn wie ihr euch vorstellen könnt, hat man als Assistentin schon den einen oder

Anderen Einblick in einige Sachen. Ich war dann 1 Jahr dort, als „Persönliche Assistentin“ (warum das damals auch wieder ein Grundstein meiner heutigen Arbeit ist, erfährst du später) und bekam somit die ersten Schnittstellen in meinem Leben mit den Themen „Digitalisierung und Startups“.


Es war eine so so tolle Welt und ich hatte die nettesten KollegInnen!

Es war einer der modernsten Arbeitsplätze die ich damals kannte. Und mein Chef, war ein Geschenk des Himmels (nach der Schreckschraube in meiner Ausbildung). Ich bin meiner Freundin und meinem damaligen Chef bis heute so unendlich dankbar…Und dann, landete ich nach 1 Jahr bei Microsoft. Ja genau, ich wusste damals auch nicht, dass es einen Microsoft‑Sitz in Berlin gab. Und aufgrund dessen, was ich bei der Telekom gemacht hatte, bekam ich den Job des Eventmanagers bei Microsoft Ventures.


Übrigens hatte ich auch hier wieder die nettesten KollegInnen und den nettesten Vorgesetzten ;‑) Ich war total in meinem Element als Eventmanager: Tausend Dinge zur gleichen Zeit erledigen, Englisch sprechen zu 80% und alle paar Monate neue Menschen aus Europa kennenlernen. Das waren die jungen Startup‑Gründer, die alle paar Monate für einige Zeit bei uns im Office das Acceleratorprogramm durchlaufen haben. In der Zeit bin ich dann auch mit meinem ersten Kind schwanger geworden…


>> Mein damaliger Chef und ich vereinbarten, dass ich nach 1 Jahr Elternzeit dann wieder zurückkomme.


Ist ja logisch; war ja auch ein super Job! Während ich aber in Elternzeit war, ging mein damaliger Chef wo anders hin und viele Sachen entwickelten sich in dem Unternehmen anders als gedacht. Long Story short: ich konnte nicht zurückkehren. Aber etwas anders interessantes passierte mit mir als junge Mama. Ich liebte die Elternzeit so so sehr! Den ganzen Tag machen und tun was ich wollte und mich um mein Baby kümmern. Es war ein Traum.


Parallel habe ich dann noch ein Onlinestudium zum „holistischen Gesundheitsberater“ gemacht. Hier ist übrigens der Background, dass meine Mutter „Kinderärztin für Naturheilkunde“ ist und ich das Thema natürlich auch spannend fand. Und zum ganzheitlichen Coaching gehört für mich definitiv auch das Thema Ernährung! Und langsam wurde mir auch immer mehr bewusst, dass ich nicht mehr 40 Stunden lang angestellt sein möchte. Ich liebte diese „Freiheit“ und liebäugelte immer mal wieder mit der Selbständigkeit. Aber ich hatte keine Idee womit.


>> Nach der Elternzeit habe ich einige Zeit als Praxismanagerin gearbeitet


und bin dann aber recht schnell mit unsrem zweiten Kind Schwanger geworden. Wir wollten unbedingt 2 Jahre Altersunterschied haben. Und in der zweiten Elternzeit habe ich die größten Entwicklungssprünge gemacht. Nicht nur als Mama sondern vor allem lies mich dieser berufliche Weg und der Wunsch eines ortsunabhängigen Einkommens nicht los! Ich hatte schon nach meinem Abitur ‑ davon habe ich euch noch gar nicht erzählt ‑ über meine Mama ein ganz, ganz großartiges Business kennengelernt.


Es geht darum, sich eine Art passives Einkommen aufzubauen. Aber jeder der Teil dieses Unternehmens ist, merkt schnell, dass es hier nicht nur um Business oder Produkte geht sondern um so viel mehr. Ich fasse es gerne zusammen und die 3 Grundlegenden Gs unseres Lebens: Gesundheit, Geld, Gemeinschaft. Und als junge Mutter wuchs der Wunsch immer mehr, nicht nur selber mehr ortsunabhängiges Geld zu verdienen sondern diese Idee bzw diesen Schatz auch anderen Müttern weiterzugeben.


Ich fing an (fremde) Mütter zum Baby‑Brunch zu mir nach Hause einzuladen und sie kennenzulernen UND zu horchen, an welchen Stellen sie in ihrem Leben unglücklich waren. Da kam dann schon der kleine Coach in mir hoch...auch hier wieder ein interessanter Abschnitt in meinem Leben der mir letztendlich dann im Jahr 2020 geholfen hat, den beruflichen Weg als Coach zu gehen. Was mir auffiel: von 10 Müttern, waren 9 nicht zufrieden mit ihrem Job oder Gehalt. Und bei den meisten kam diese Erkenntnis ‑ wie auch bei mir ‑ während der intensiven Elternzeit mit ihrem Kind. Ich habe es so geliebt, den Müttern zuzuhören, einzelne dann auch nochmal später zu treffen und sie zu ermutigen ihren Weg zu suchen und zu gehen. Mein Wunsch, Coach zu werden, wuchs…


>> Aber da waren immer diese Stimmen: Du bist schon zu alt. Es gibt schon so viele Coaches. Wer kommt schon zu dir. Du bist nicht gut genug.


In der zweiten Elternzeit ergab sich dann noch etwas sehr spannendes. Erinnert ihr euch an meinen super netten Chef von der Telekom? Der rief auf einmal an und fragte mich, ob ich nicht (mit Baby im Arm sozusagen) von zu Hause hin und wieder mich um seine E-Mails kümmern könne. Na und ob ich das wollte! Und daraus ergab sich in den letzten 3 Jahren dann eine meiner drei Einnahmequellen: Die Virtuelle Assistenz (Heute: Social Media Management). Eine andere alte Kollegin (auch aus der Telekom‑Zeit) meldete sich auch plötzlich bei mir und benötigte Support im Aufbau ihres Unternehmens. Ist das nicht unglaublich? Auf einmal hatte ich zwei KundInnen ohne etwas "getan zu haben."


>>Als dann 2020 "Corona" kam und ich ich nach 3 Monaten Vollzeitbetreuung meiner Kids (die Kitas waren zu) ziemlich am Ende war und den dunkelsten Sommer der letzten Jahre hatte…traf ich eine Entscheidung:


Ich konnte und wollte meinen Mann, meine Kinder und die Politiker nicht weiter für mein Dilemma verantwortlich machen. Ich setze mich hin und analysierte haar genau was denn mein Problem war. Depressiv, wie ich einige Zeit lang dachte, war ich definitiv nicht. Ich war einfach mehr als unzufrieden. Aber was war es? Und auf einmal wurde mir klar, dass ich über meine berufliche Situation sooo unglücklich war. Ich liebte und auch bis heute ‑ liebe meine Tätigkeit als VA ‑ aaaaber ich wusste: da geht noch mehr!


Ich möchte Coach werden. Ich liebe es andere zu ermutigen und ich liebe es, Wissen weiterzugeben. Ich bewarb mich um einen Platz ‑ und bekam ihn. Im Oktober 2020 habe ich die Ausbildung zum "Systematischen Coach & Kreativen Prozessbegleiter" gemacht und 2021 erfolgreich abgeschlossen.


Und habe nun 3 Möglichkeiten, ortsunabhängig Geld zu verdienen. Es hat ein bisschen gedauert, aber ich habe meinen beruflichen Weg (erst einmal) gefunden. Und wer weiß, was jetzt noch alles kommt bzw wie sich alles weiter entwickelt. Habe wie immer viele Ideen….


Aloha, deine Juli